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Schlüsselproduktionsgerät SPG

Schlüsselproduktionsgerät oder SPG; hergestellt von Dr. E. Gretener, AG.

Das Schlüsselproduktionsgerät ist ein elektromechanisch arbeitender (Halb)Zufallsgenerator, welcher für die Herstellung von Spruchschlüsseln zum Einsatz kommt

Schlüsselproduktionsgerät SPG

Technische Daten

  • Prinzip: Generieren von Schlüsseln

Stromversorgung

Dimensionen

  • mm, kg

Zubehör

Bedienung

Das Schlüsselproduktionsgerät ist ein von der eigentlichen Chiffriermaschine unabhängiger Schlüsselgenerator, der zur Chiffrierung selbst nicht benötigt wird. Allerdings können damit Meldungsschlüssel generiert werden. Das Schlüsselproduktionsgerät ist in der Regel in die Chiffriermaschine eingebaut und von diesem mit Spannung versorgt.

Auf Druck auf die Vorschaltetaste wird die Scheibe im Innern rotiert und ein weisser Strich erscheint unter einem der 24 Buchstaben des Alphabets, der abgelesen wird. Da das SPG 32 Positionen hat und somit mehr, als Alphabetbuchstaben, sind die Vokale doppelt enthalten.

Zur Verschlüsselung wurde der Meldungs- oder Spruchschlüssel mittels dem SPG generiert aus einer im Klartext übermittelten 12-stelligen Zahl und dem Tagesschlüssel. Der sequentiell generierte Spruchschlüssel wurde nun zum Entschlüsseln einer Meldung an der Maschine eingestellt.

Der eigentliche Schlüssel entsteht in der Chiffriermaschine, mit verschiebenen Scheiben und einer Blende wird lediglich ein Fünf Bit - Impulsprogramm aus der Chiffriermaschine ausgewertet und ein Buchstabe ausgegeben.

Technisches Prinzip

Elektromechanisches Schlüsselproduktionsgerät.

Röhrenbestückung

ohne, sechs Elektromagneten

Entwicklung

Das SPG wurde zum Einsatz mit den Chiffriermaschinen der Gretag entwickelt.

Einsatz

Das SPG war in den TC53, KFF58 und TC61 - Chiffriermaschinen der Schweiz integriert und war als solches separat klassifiziert. Onschon es lediglich ein (pseudo)zufälliger Schlüsselgenerator ist, wurden viele Geheimnisse um das SPG gemacht und bei Besuchen von Auslandsvertretern und anderer unbefugter Personen wurde jeweils das SPG mit einem Blatt Papier abgedeckt und so den Blicken entzogen.

Dass das SPG nur in den Schweizer Maschinen eingebaut war, nicht aber in den nach Österreich gelieferten Maschinen, machte es zusätzlich geheimnisumwittert. In TC53 ohne SPG ist die Öffnung mit einer Blende abgedeckt, für KFF58 ohne SPG gab es Kryptoaufsätze mit einer Frontplatte ohne die entsprechende Aussparung, so dass eine Nachrüstung nicht einfach möglich ist.

Um einen Meldungsschlüssel zu generieren, wurde vom Operator zunächst eine 12-stellige Zahlenfolge aus den Ziffern 1-9 niedergeschrieben und der Gegenstation „klar“ übermittelt. Nun wurde der auf beiden Seiten bekannte Tagesschlüssel an der Maschine eingestellt. Entsprechend der Zahlenfolge wurde nun die Fortschaltetaste für die erste Ziffer eine entsprechende Anzahl mal gedrückt und der erscheinende Buchstabe aufgeschrieben, dann x-mal entsprechend der zweiten Ziffer der übermittelten Zahlenfolge. Die nun aufgeschriebene Buchstabenfolge wurde als Meldungsschlüssel verwendet und die Nachricht übermittelt. Die Produktion des Meldungsschlüssels konnte bis zehn Minuten in Anspruch nehmen, teils bei Übungen wurden zur Zeitersparnis vorgefertigte Meldungsschlüssel von einer Streichliste verwendet.

Um den Zeitaufwand zu reduzieren, stellte Gretag ein „Zusatzgerät für halbautomat.Schlüsselproduktion“ her, in welches ein SPG eingebaut war, anstelle x-mal die Fortschaltetaste zu drücken, war das Gerät mit einem Zahlen- Tastenblock ausgerüstet. Das Zusatzgerät kam wohl nur in Einzelstücken zum Einsatz.

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/spg.txt · Zuletzt geändert: 2019/11/27 07:57 von mb