Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


de:frequenzspeicher

Frequenzspeicher

Empfangs- und auch Sendegeräte arbeiten auf spezifischen Frequenzen - diese sind teils in einem Frequenzbereich frei wählbar (dafür war bis zur Einführung der digitalen Frequenzaufbereitung die Ablesegenauigkeit (mit der eine Frequenz von einer Skala abgelesen werden kann) und die Wiederkehrgenauigkeit (die Genauigkeit, mit der eine Frequenz zu einem späteren Zeitpunkt wieder genau eingestellt werden kann, dass die Kommunikation zwischen zwei Stationen reibungslos wieder aufgenommen werden kann) ungenügend.

So wurden verschiedene Methoden entwickelt, Arbeitsfrequenzen an Geräten möglichst genau fix voreinstellen zu können, um Frequenzwechsel bei Störungen oder Veränderungen der Ausbreitungsbedingungen möglichst zuverlässig vornehmen zu können.

Mechanische Presets

Viele kommerzielle Empfänger und Sendeempfänger hatten seit der Frühzeit der Funkommunikation die Möglichkeit, mit einer Schraubvorrichtung die Verstellung der Abstimmvorrichtung zu blockieren.

Später kam dann die Möglichkeit dazu, die Endanschläge einer Abstimmborrichtung mit zwei Anschlägen zu blockieren. Um von der unteren an die obere voreingestellte Frequenz zu wechseln, musste einfach die Abstimmung zum anderen Anschlag bewegt werden - zwei Frequenz - Presets.

In Flugzeugen wurde diese Technik mit Bowdenzügen (Hebel mit Drahtseil) umgesetzt um vom Cockpit aus die Frequenz zu wechseln, mit nur einer einzigen am Boden voreingestellten Betriebsfrequenz im Flugzeuig war man Störmanövern schutzlos ausgesetzt.

Beispiele sind die Funkstation SE-210/TL oder das Flugfunkgerät FG IV.

Elektromechanische Presets

Abstimmvorrichtungen können auch mit Elektromotoren bewegt und auf verschiedene Rastfrquenzen umgestellt werden. Diese Technologie ist aufgrund der elektromechanischen Vorrichtungen nicht ganz billig und störungsanfällig.

Beispiele sind die Flugfunkstation mit dem von Autophon entwickelten Telaccord-Vorsatz (FG X), SE-407 oder die Panzerfunkstation SE-412 K resp. RT-264 aus u.s.-amerikanischer Produktion.

Steckquarze

Eine ebenfalls seit den frühen Jahren der Funkkommunikation bekannte Möglichkeit ist der Einsatz von Schwingquarzen zur Frequenzbestimmung. Mittels Quarzen können Oszillatoren auf eine Arbeitsfrequenz stabilisiert werden oder die Abstimmung kann anhand eines Schwingquarzes in die richtige Position gebracht werden.

Zu den Quarzen müssen teils noch Oszillator- und Antennenspulen gewechselt werden. Ein frühes Beispiel ist das Handsprechfunkgerät FOX/SE-100, in diesem amerikanischen BC-611 müssen zum Frequenzwechsel nicht nur zwei Quarze sondern auch zwei Spulen ausgetauscht und das Gerät dann neu abgestimmt werden. Einfacher ging es bei der Telfunken Albis - Entwicklung SE-103, hier sind in einem Frequenzblock Quarze und vorabgestimmte Spulen gemeinsam untergebracht und zum Kanalwechsel wird der vorabsgestimmte Frequenzblock ins Gerät eingesetzt.

Lediglich Wechsel der frequenzbestimmenden Quarze wurden in der Nachkriegszeit üblich, eingeführt wurden sie in den U.S.Geräten des zweiten Weltkriegs, der FIX-Station SE-400 (SCR-608), dem REX / SE-201 (SCR-610) oder auch im Zellweger - Funkgerät LUX / SE-200. Nach Einsetzen der Quarze mussten die Sendeempfänger für die Arbeitsfrequenzen vorabgestimmt werden.

Quarze waren in der (Nach-)Kriegszeit schwer erhältlich und teuer, ein Grund, weshalb die deutsche Wehrmacht möglichst auf den Quarzeinsatz verzichtet hatte. In der Schweiz entwickelte Autophon mit dem SE-102 resp. der SE-206/9 Familie eeine Funkgerätegeneration, die dank mehrfacher Ausnutzung und Kombination verschiedener Quarze in der Quarztrommel mit deutlich weniger Quarzen als Frequenzkanälen auskam.

(Elektronische Abstimmung mit Mehrgangpotis)

Im Heimelektronikbereich - in Fernsehern und Radioweckern - fand sich in den Siebzigerjahren nicht selten eine elektronische Abstimmung welche durch Spannungsänderungen hervorgerufene Kapazitätsänderungen von Kapazitätsdioden ausnutzte. Zur Abstimmung auf bekannte Frequenzen von UKW- und Fernsehsendern war diese Technik brauchbar, nicht aber die die Abstimmung auf militärische Funkkanäle, auf denen man nicht mit langen Aussendungen zum „Netting“ die Aufmerksamkeit gegnerischer Truppen auf sich ziehen darf.

Digitale Frequenzspeicher

Ein Durchbruch gelang erst in den Siebzigerjahren mit der Entwicklung der PLL (Phase Locked Loop) - Technik, in der die Frequenz eines Oszillators mit einem Sollwert verglichen und nachgestimmt wird. Erst damit wurden digitale Frequenzanzeigen und Frequenzspeicher möglich.

In den frühen Empfängern wurden digitale Speicher als extern anzuschliessende Geräte separat geliefert und waren aufgrund der angewendeten diskreten Technik aufwendig konstruiert und teuer. So ist der Frequenzspeicher FS 1500 zum Telefunkenempfänger E-657/ E 1500 in einem praktisch gleich grossen Gehäuse wie der Empfänger selbst aufgebaut - und das für 15 Speicherkanäle.

Der technologische Fortschritt gelang rasch, zur Frequenzinformation selbst konnten bald auch Betriebsarten, ZF-Filter, etc. abgespeichert werden und die Anzahl Speicherplätze erreichte bald 100 oder 1000, so dass die Organisation und Bewirtschaftung der Arbeitsfrequenzen komplexer wurde, als die Beschränkung der Anzahl.

Softwaregesteuerte Technik

Ab der Jahrtausendwende komen zunehmend softwaregesteuerte Geräte zum Einsatz, bei dem die Hardware durch eine entsprechende Software überhaupt erst zum Leben erwweckt wird, und zahlreiche Optionen über einen Bedienungsbildschirm eingestellt werden - die Abspeicherung von Freuqenzen, oder gleich einem ganzen Bündel von Alternativfrequenzen, ist ein kleiner Anteil der gesamten Betriebssoftware eines Geräts.

Nachteilig ist, dass die Software zur Nutzung eines Geräte unabdingbar ist, geräte- und versionsspezifisch, verschlüsselt und oft nicht öffentlich zugänglich dokumentiert, so dass nach einer Störung mit Verlust der Gerätesoftware im ROM oder auf dem Startdatenträger die kostbare Technologie in einem Augenblick zu früher teurem Elektroschrott wird.

Keine Bilder gefunden.

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/frequenzspeicher.txt · Zuletzt geändert: 2025/05/12 08:59 von mb