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de:ts18_1925

Tragbar Schwere Funkstation 25 (1925)

Tragbar Schwere Funkstation 25, bestehend aus dem Sender AR125 sowie Empfänger E266 von der Telefunken GmbH, Berlin.

Um 1925 war es an der Zeit, den des Empfängerzweigs beraubten noch in der Zeit des ersten Weltkriegs entwickelten Sender ARS 68 zu ersetzen. An seine Stelle trat der Sender AR125, der mit dem Empfänger E266 vorübergehend die aktuelle Konfiguration der „Tragbar Schweren Funkstation“ ausmachte.

Varianten der Tragbar Schweren Funkstation

Technische Daten

Stromversorgung

  • Akku / Batteriebetrieb: für den Betrieb von Empfänger, NF-Verstärker und Wellenmesser kamen 4 V Akkumulatoren und Anodenbatterien, alternativ auch der Telefunken-Handgenerator zum Einsatz.
  • Netzspeisegerät: Netzspeisegerät (sog. Netzanode) MNC 3 der Firma Signum

Dimensionen

Zubehör

  • Als Standardantenne wurde wohl eine 50 m lange L- oder T-Antenne eingesetzt.

Stationsmaterial

Für den um 1917/18 von Telefunken entwickelte Sendeempfänger ARS68b, der nach Ausbau des Empfangsteils weiterhin seinen Dienst verrichtete, wurde 1925 Ersatz mit dem Sender AR125 beschafft, von dem 16 Stück aus schwedischer Fertigung gekauft wurden.

Die Anlage bestand fortan aus dem Sender AR125, einer leistungssschwächeren Version des in der FL19 eingesetzten Senders ARS87, und dem in einer separaten Kiste untergebrachten Empfängersatz E266.

Im Sender AR125, der vom Äusseren her dem ARS87 ähnelt, arbeiten zwei parallel geschaltete Trioden RS5 im selbsterregten Oszillator, die Antennenleistung lag zwischen 10 - 15 Watt. Der Zwischenkreissender war für die Betriebsart tonlose Telegraphie (CW resp. A1) vorgesehen, mit einem mit einer Verstärkerröhre bestückten Modulationszusatz war behelfsmässige Telephonie in Gittermodulation möglich (A3).

Die Frequenzeinstellung erfolgte über den Drehkondensator des Zwischenkreises anhand einer Eichtabelle, mit dem „Anrufer“ konnte die Sendefrequenz manuell hin und her verschoben werden, was im Kopfhörer der Gegenstation ein zwitscherndes Geräusch erzeugte, der „Zwitscheranruf“ erfolgte ähnlich bereits bei der Vorgängerstation mit dem ARS68.
Die Antennenanpassung erfolgt über eine Spule mit schaltbaren Abgriffen und einem Antennenvariometer zur Feineinstellung, abgestimmt wurde auf maximalen Antennenstrom.

Der „Empfängersatz E266“ umfasst zwei Empfänger des Typs Telefunken E266, die als Einröhrenaudion allein oder hintereinandergeschaltet (der zweite Empfänger kann als Überlagerer geschaltet werden) zum Einsatz kommen, dazu ein Niederfrequenzverstärker EV285 und ein Wellenmesser KW61e.

Der „Universalempfänger E266“ ist ein in einem pultförmigen schwarzen Metallgehäuse untergebrachter Einröhrenempfänger, in dem die Triode RE11 wirkt. Die Frequenzbereiche werden mit zwei Steckspulensätzen gewählt, zur variablen Kopplung konnten die beiden Spulenanteile jeweils gegeneinander verschoben werden. Zur Empfangsverbesserung konnte ein zweiter E 266 als zweiter HF Kreis zugeschaltet werden, alternativ war mit einem Einsatz des zweiten E266 als Überlagerer CW-Empfang möglich.
Der Empfänger benötigt zur Stromversorgung eine Anodenspannung von 30 - 50 V aus einer Anodenbatterie und einen Heizakkumulator von 4 - 6 Volt.

Im in einem schwarzen Kästchen untergebrachten Niederfrequenzverstärker EV285 kommen zwei Trioden RE11 zum Einsatz, Kopfhörerbetrieb mit ausreichender Lautstärke.

Zur Stromversorgung des Senders wurden neben dem Heizakkumulator Anodenbatterien, der Telefunken Handgenerator zur Erzeugung der Anodenspannung oder alternativ ein Netzspeisegerät MNC 3 der Firma Signum (ein Form der sog. „Netzanode“ mit Doppelweggleichrichtung in zwei Röhren GH 22, einstellbare Anodenspannung durch Schiebewiderstand) eingesetzt.

Mit dem Wellenmesser Telefunken KW61. Mit dem Gerät konnten Sendefrequenzen (bei Resonanz konnte eine Glühlampe zum Leuchten gebracht) oder Empfangsfrequenzen (das Gerät strahlte als Oszillator ein Signal aus) mit einer beiliegenden Eichtabelle bestimmt werden. Das Verfahren wurde noch lange Zeit beibehalten, bis zur Einführung direkt geeichter Skalen blieb ein Wellenmesser, beispielsweise der legendäre BC-221 amerikanischer Funkstationen unentbehrliches Stationszubehör.

Technisches Prinzip

Röhrenbestückung

Entwicklung

Diese Konfiguration der Station „Tragbar Schwer“ blieb nur kurzzeitig so im Einsatz, im Jahre 1925 wurden sowohl die Sender ARS68 wie auch die Empfänger E266 zur Kriegsreserve umgeteilt und die Geräte zur modernisierten „Tragbar Schweren Funkstation 25“ umgerüstet.

Einsatz

Die alten Gerätschaften wurden 1932/39 noch vom EVU zum vordienstlichen Unterricht von zukünftigen Funkerpionieren reaktiviert.

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Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/ts18_1925.txt · Zuletzt geändert: 2018/02/27 13:43 von mb