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de:se-450_ii

SE-450/II (SF-Station / LF-Station)

Funkstation SE-450/II oder Schwere Fernschreibstation (mit 1000 W Endstufe) resp. Leichte Fernschreibstation (mit 400 Watt Endstufe); hergestellt von SRT.

Mit der Einführung des ARQ-Verfahrens, eines Fernschreibverfahrens mit automatischer Fehlerkorrektur, welches auch als SITOR bezeichnet ist, wurden die Botschaftsfunkstationnen und die Mobilstationen zum Ausbildungsbetrieb mit neuem Stationsmaterial ausgerüstet.

Der Grossteil der Ausrüstung der Funkstation stammte von SRT, das ARQ-Gerät von Philips. Ursprünglich wurde in einer Konfiguration mit dem modifzierten Siemens 1 kw-Sender als Endstufe gearbeitet, diese Konfiguration kam in den Auslandsstationen noch länger zum Einsatz.

An der Mittellandzentrale in der Schweiz kam die 1000 W - Leistungsendstufe von SRT zum Einsatz, die Morsestationen wurden durch die Version mit der 400 W - Endstufe ersetzt.

Botschaftsfunk SF-Station

Technische Daten

SE-450

Stromversorgung

Die gesamte Stromversorgung der Auslandstatioenn wurde von einer zentralen Schalttafel ST 84 aus gesteuert. Mit dem MAIN Switch kann die Station vom lokalen Wechselstromnetz oder vom Notstromaggregat betrieben werden, dieses kann ferngesteuert gestartet und gestoppt werden. Auch der Schaltuhrbetrieb für automatisierten Empfang und Versand von Meldungen wird an der Schalttafel ST 84 aktiviert.
Mit einem Kontrollschalter METER SWITCH können die drei Phasen des Lichtnetzes resp. des Generators kontrolliert werden.
Mit dem Netzfilter Schaffner FR 211 werden Störimpulse aus dem Lichtnetz, welche das Funktionieren der Station beeinträchtigen könnten, ausgefiltert.
Teils kamen Spannungsregler zum Ausgleich bei instabilen Netzspannungen zum Einsatz. In Ländern mit einer 60 Hz-Netzfrequenz muss zusätzlich für den Fernschreiber PACT-220 eine 220V-Spannung mit einer Frequenz von 50 Hz aufbereitet werden.

Dimensionen

Die mobile Funkstation für den Ausbildungsbetrieb ist auf einem Funkwagen Berna 4×4 eingebaut, das Notstromaggregat in einem Einachsanhänger.

Zubehör

  • Antennen
    • AGD-Antenne: 2 - 13 MHz, 1 kW max. Leistung; Dipol mit 30 m Mastabstand
    • AGV-Antenne: 9 - 30 MHz, 700 W max. Leistung; vierteilige Mastantenne
    • Dachantenne; nur für Ausbildungszwecke, geringe Sendeleistung
  • Antennenwahlgerät ASU 84

Stationsmaterial

Kernstück der Funkstation ist der modifizierte Siemens - Sender S-502, der später durch Solid State - Leistungsendstufen von SRT ersetzt wurde. Die Endstufe SSA 400 leistet 400 W, in der Mittellandzentrale kommt die 1000 W - Endstufe SSA 1000 zum Einsatz

Am Arbeitsplatz sind in einem Rack übereinander das ARQ-Vorsatzgerät STB 750, die Bedieneinheit TCU 90, der Empfänger CR 91 und der Steuersender TD 90 angeordnet.

Für die Erzeugung des SITOR-Signals (ARQ) kommt das ARQ-Vorsatzgerät STB 750 von Philips zum Einsatz. Beim SITOR-Fernschreibemodus handelt es sich im einen FSK-Modus, bei dem eine Fehlerkorrektur für ausgefallene Zeichen besteht.
Für „Point-to-Point“-Verbindungen im Gegenverkehr zwischen zwei Stationen arbeitet die Funkstation im ARQ-Modus („automatic repeat request“, SITOR-A), bei Ausfall eines Zeichens fordert die Gegenstation die Übermittlung des Zeichens erneut an. Für Rundsprüche wechselt man in die Betriebsart FEC („forward error correction“, SITOR-B), hier werden Zeichen versetzt doppelt ausgesendet.
Nun in Notsituationen kann auch in F1 (FSK)-Standardfernschreibemodus 50 Bd ohne Fehlerkorrektur gewechselt werden. Für Dienstgespräche ist ein SSB-Sprechfunkkanal als Dienstkanal programmiert, an der Bedieneinheit wird hierzu ein Mikrotel angeschlossen. Nur für Ausnahmefälle ist sogar eine Übermittlung als Morsetelegraphie A1 möglich.

An der Bedieneinheit TCU 90 kann die Station in ihren Funktionen gesteuert werden. Hier werden in verschiedenen Moduln die Frequenzspeicher und Stationskennung aufgerufen.

Empfänger CR 91 (SRT)Als Empfänger kam der Doppelsuperhet CR 91 von SRT zum Einsatz, der für den ARQ-Betrieb die ausreichende Frequenzstabilität besitzt.

Steuersender TD 90 (SRT)Der Steuersender TD 90 erbringt im Bereich 1 - 30 MHz eine Ausgangsleistung von 100 mW und wird zur Ansteuerung der Leistungsendstufe eingesetzt.
Die Sendeendstufe mit dem ursprünglich eingesetzten 1 kW FSK-Sender von Siemens S-502 konnte abgesetzt betrieben werden. Der Sender deckt den Bereich 1,5 - 30 MHz in drei Bereichen ab: 1,5 - 4 / 4 - 11 / 11 - 30 MHz.
Im Verlaufe der Achzigerjahren wurde die Röhrenendstufe durch die Solid state - Endstufe SSA 400 mit einer Leistung von 400 W ersetzt, nur in der Schweizer Zentrale wurde die 1000 W - Endstufe SSA 1000 eingesetzt.

Als Endgerät vom laut ratternden Blattfernschreiber Siemens Stg-100 auf den elektronischen Blattfernschreiber PACT-220 von Philips umgerüstet, dieser ist mit einem Empfangslocher und Lochstreifensender ausgerüstet, musste allerdings 2004 wegen Ersatzteilmangel liquidiert werden.

1995 wurde das Meldungsvermittlungssystem MVS eingeführt, fortan konnte auf die Lochstreifen verzichtet werden, Eine Weiche wählte automatischen zwischen dem Blattfernschreiber oder dem MVS als Ausgabekanal.

Das Antennenschaltgerät ASU-84 (Antenna Switch Unit) verteilt die Hochfrequenz an die Antennenanlage, die Station verfügt über ein automatisches Antennenabstimmgerät KGA.

Technisches Prinzip

Entwicklung

SE-450: SSA 400Das Kernstück der Station, der 1 kW-F6-Sender wurde 1969 von Siemens entwickelt, ebenso die Fernschreibgeräte. In der ursprünglichen Konfiguration ab 1979 kamen zwei Empfänger E-629 (Collins 51J-4) zum Einsatz, ab 1982 wurde im Zuge der Umstellung auf das Fehlerkorrekturverfahren ARQ auf den CR 91 umgerüstet.

Ebenfalls in der Mitte der Achzigerjahre wurde die Siemens-Endstufe durch eine Solid State - Endstufe von SRT ersetzt, in der Regel kam die SSA 400 und in Spezialfällen die mit 1000 W leistungsfähigere SSA 1000 zum Einsatz.

Einsatz

Die Funkstation SE-450 kam im Botschaftsfunk zum Einsatz, die mobilen Stationen mit gleichartigem Equipment wurden zu Ausbildungszwecken für die Bedienmannschaften für den Funkverkehr mit den Auslandstationen in den Schweizer Botschaften beschafft; um 1984/85 wurde das Stationsmaterial modernisiert und auf Fernschreibverfahren mit automatischer Fehlerkorrektur umgerüstet.

Im Regelbetrieb wurden die Ausland - Funkstationen von einer Schaltuhr auf der Hauptschalttafel regelmässig während einer vorprogrammierten Zeitspanne eingeschaltet, die Frequenzen wurden entsprechend der Ausbreitungsbedingungen zum geplanten Übermittlungszeitpunkt gewählt. In Ausnahmefällen konnte die Station auch manuell in Betrieb genommen werden.

Zum Einsatz in Krisenregionen resp. für die Auslandskontingente war die Beschaffung einiger Stationen als Containerstationen evaluiert worden.

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/se-450_ii.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/31 19:27 von mb