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IMFS

Integriertes Militärisches Fernmeldesystem; Komponenten hergestellt von Plessey, Konfiguration durch Ascom.

Das IMFS bildet seit 1993 ein von den zivilen Strukturen unabhängiges Fernmeldenetz; individuell konfigurierbare Vermittler, an denen von modernen Digitalstationen bis zu Feldtelephonen mit Kurbelinduktor dank verschiedener Steckkarten alle möglichen Telephonanlagen angeschlossen werden können, sind in einer landesweiten Netzstruktur miteinander verbunden. DTS, digitale Teilnehmerstation

Technische Daten

Stromversorgung

Dimensionen

Zubehör

  • Teilnehmerstation DTS von Ascom

Material

Im Zentrum stehen die Vermittler resp. „Multi Role Switch“ von Plessey, in den Geräten finden 23 Steckkarten Platz, von denen der Vermittler mit 16 Steckkarten für verschiedene Anwendungen konfigurierbar ist.

Typische Konfigurationen sind Vermittler als

  • KP - Vermittler für Kommandoposten: viele Teilnehmer, wenig Bündel
  • Knoten - Vermittler für Netzknoten: wenig Teilnehmer, viele Bündel
  • Klein - Vermittler: wenig Teilnehmer, wenig Bündel

In jedem Vermittler sind fünf Host-Karten eingesteckt (Prozessor- und Speicherkarten), dazu frei konfigurierbar 16 weitere Steckkarten:

  • Bündelkarten: mit einem Datenstrom von 2048 kBit/s können 60 Kanäle übermittelt werden
  • Teilnehmerkarten: zum Anschluss der Telephonteilnehmer
    • MDTI: digitale Teilnehmerstation an Zweidrahtleitung
    • MDVT: digitale Teilnehmerstation an Vierdrahtleitung
    • MALM: analoge Teilnehmerstationen mit Ton- oder Impulswahl
    • MMAG: analoge Teilnehmerstation mit Lokalbatterie und Induktorruf (Feldtelephon)
    • MPTT: Anschluss an eine analoge Amtsschnittstelle zum Übergang auf ein ziviles Netz der PTT

Die Vermittler werden mit 28 V Gleichspannung aus einem Speisegerät versorgt, Stützakkumulatoren erlauben einen unterbruchsfreien Betrieb bei einem Netzausfall von bis zwei Stunden Dauer.

Die Teilnehmer erhalten eine siebenstellige Telephonnummer zugeordnet, die aus einer fünfstelligen Netznummer und einer zweistelligen Teilnehmernummer besteht. Mit einem Funkanschlusspunkt ist eine Verbindung zwischen IMFS und den modernen digitalen Funkgeräten SE-135/SE-235 möglich (CNRI, Combat Net Radio Interface).

DTS, digitale Teilnehmerstation Standardgerät ist die Digitale Teilnehmerstation (DTS), die mit einer maximal 6 km langen Zweidrahtleitung an den Vermittler angeschlossen wird, jede DTS verfügt über eine V-24-Datenschnittstelle, mit der digitale Daten übertragen werden können.

Alle Bündelverbindungen werden mit dem Chiffriergerät CZ-1 verschlüsselt übertragen, in den Zentralen liegt die Sprachinformation noch als analoges Signal vor. Um eine End-zu-End - Verschlüsselung zu realisieren, wird das Endgerät „Variocrypt“ eingesetzt, beide Gesprächsteilnehmer identifizieren sich mit einer Chipkarte.

Die gesamten Richtstrahlstrecken und auch die Chiffriergeräte können von den Zentralen aus ferngesteuert werden. Die Steuerbefehle werden als ASCII-Befehle mit einem Fernbetriebsinterface über den Dienstkanal übermittelt.

Technisches Prinzip

Bestückung

Das System ist vollständig in Halbleitertechnologie ausgeführt.

Entwicklung

Nach Vorarbeiten ab den Sechziger- bis in die Achzigerjahre wurde das Konzept eines „Integrierten Militärischen Fernmeldesystems“ zunächst zurückgestellt und zu Beginn der Neunzigerjahre neu aufgegleist.

Basierend auf dem von Plessey entwickelten „Multi Role Switch“ wurde zunächst in einem Pilotversuch ein militärisches unabhängiges Kommunikationsnetz aufgebaut, in dem verschiedene Knotenpunkte mit einem „Multi Role Switch“ netzartig zusammenarbeiten. Die elektronischen Vermittler sind durch Einstecken unterschiedlicher Steckkarten weitgehend frei konfigurierbar und können entsprechend der Rolle im Netz und den hauptsächlich genutzten Aufgaben und Funktionen aufgesetzt und vernetzt werden.

Entwickelt wurde ein nach der NATO-Norm EUROCOM gesichertes Maschen- resp. Gitternetz, in dem die Verbindungen zwischen den einzelnen Netzknoten, den Vermittlern, mittels Drahtverbindungen oder Richtstrahl-Bündelverbindungen sichergestellt werden. Bei durch naturkatastrophen oder Kampfhandlungen beschädigten Verbindungswegen zwischen einzelnen Knoten kann die Nachricht oder Kommunikation über alternative Wege im Netz weitergereicht werden, ähnlich wie den Weg, den Daten im internet nehmen - die Netzknoten oder Vermittler sind gleichwertig, basieren also nicht auf einer übergeordneten Hauptzentrale, so dass man von einem a-hierarchischen Netz spricht.

Einsatz

Zur Deckung der eigenen Kommunikationsbedürfnisse werden IMFS - Systeme den Armeekorps, den Divisionen und Brigaden zugeordnet. Über „Gateways“ sind Verbindungen zu benachbarten Truppenkörpern möglich.

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Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/imfs.txt · Zuletzt geändert: 2018/04/26 21:28 von mb