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de:bc-375

SE-018: BC-375

Sender BC-375-E, Sender der H-Station (SE-018) der Fliegertruppen ; hergestellt von U.S. Signal Corps, div. Hersteller.

In Ermangelung von Kurzwellensendern mit ausreichender Leistung und Frequenzabdeckung für das Netz der Bergfunkstationen der Fliegertruppen wurden die Bordfunkstationen SCR-287 aus in der Schweiz notgelandeten oder zur Landung gezwungenen amerikanischen Bombern ausgebaut und als H-Stationen weitergenutzt.

Der Sender BC-375-E ist eine bewährte Konstruktion, der in der 28 V-Flugzeugversion im Gerätesatz SCR-287 und im Gerätesatz SCR-187 (und verwandte) als Fahrzeugstation zum Einsatz kam. In den eigentlichen Sender werden Tuning Units (TU-6 bis TU-10) eingeschoben, mit denen die Frequenzabstimmung erfolgt. H-Sender BC-375

Technische Daten

Stromversorgung Sender BC-375

  • Benzingenerator: Homelite HGN 28 (28,5 V DC, 70 A resp. 2000 Watt) und Akkumulatoren zur Versorgung des rot. Umformers PE-73-C mit dem die Anodenspannung generiert wird.

Dimensionen

  • 580 x 510 x 230 mm, 28 kg

Zubehör

  • Tuning Units: Abstimmeinschübe mit den frequenzbestimmenden Elementen
    • TU-6-B: 3000 - 4500 kHz
    • TU-7-B: 4500 - 6200 kHz
    • TU-8-B: 6200 - 7700 kHz
    • TU-9-B: 7700 - 10000 kHz
    • TU-10-B: 10000 - 12500 kHz
    • TU-26-B: 200 - 500 kHz; dazu Antennenabstimmgerät BC-306
  • Antennenabstimmgerät BC-306 zur Antennenanpassung im VLF-Bereich
  • Wellenmesser BC-221 zur Frequenzeichung
  • Morsetaster PL-86
  • Doppelkopfhörer HS-33
  • Handmikrophon T-17
  • verschiedene Verbindungskabel

H-Sender: BC-375-E

Bedienung

Zur Kurzwellenversorgung des Landes zur Flugzeugführung bestand in den Jahren des Zweiten Weltkriegs grosser Bedarf an leistungsfähigen Kurzwellenfunkstationen.

In Ermangelung von Kurzwellensendern mit ausreichender Leistung und Frequenzabdeckung wurden die Bordfunkstationen SCR-287 aus in der Schweiz notgelandeten oder zur Landung gezwungenen amerikanischen Bombern ausgebaut und weitergenutzt.

Das Material der amerikanische Funkstation kam zum einen mobil im GMC - Lastwagen als SE-018/m zum Einsatz.

Zur Vernetzung der verschiedenen Militärflugplätze, welche aufgrund ungenügender Sendeanlagen nicht direkt miteinander kommunizieren konnten, wurden 1944 mehrere Bergfunkstationen eingerichtet. Hier wurde die Station als SE-018/f eingesetzt, die teils bemannt und teils auch fernbetrieben im Relaisbetrieb arbeiten konnte.

Der Sender BC-375-E allein misst 580 x 510 x 230 mm und bringt 23,8 kg auf die Waage, dazu kommen noch die insgesamt sechs Tuning - Einschübe zu je 6,5 kg, sie decken die Bereiche 1,5-3 MHz (TU-5-B), 3-4,5 MHz (TU-6-B), 4,5-6,2 MHz (TU-7-B), 6,2-7,7 MHz (TU-8-B), 7,7-10 MHz (TU-9-B), 10-12,5 MHz (TU-10-B) und die Langwelle 200-500 kHz /TU-26-B) ab. Zum Betrieb muss die jeweils passende Abstimmeinheit ins Gerät eingeschoben werden.

Für ein qualitativ sauberes AM-Signal muss die Neutralisation in den Tuning Units angepasst werden, zu jeder Station wurden die TU mit entsprechend angepasster Neutralisation geliefert. Falls nicht nummerngleiche TU zum Einsatz kommen sollten, kann die Neutralisation mit einem FM-Empfänger zur Kontrolle hinsichtlich FM-Anteile im Antennensignal optimiert werden.

Die Stromversorgung erfolgt über ein 28,5 V Benzingenerator zur Speisung eines Umformers PE-73-C, die Versorgungsspannung kann von 28 V auf 24 V (Betrieb vom Stützakku) umgeschaltet werden. Allerdings leidet die Stabilität des Signals unter diesem Schritt, die Audioqualität wird unsauber und weist FM-Anteile auf.

Technisches Prinzip

H-Station: Sender offenIm Sender arbeitet eine VT-4C (entsprechend RCA 211) als Oszillator, zwei Röhren VT-4C als Modulatorröhren und eine weitere VT-4C als Sendeendröhre, sie wird anodenmoduliert; als Mikrophon- / NF-Verstärker kommt eine VT-25 (RCA 10Y) zum Einsatz.

Röhrenbestückung

Sender: V1 (VT-4C, Oszillator); V2, V3 (zwei VT-4C, Modulatorstufe); V4 (VT-4C, Sendeleistungsstufe); V5 (VT-25, Mikrophonverstärker).

Entwicklung

Als verbesserte Version des BC-191 wurde der Sender BC-375 zum Einsatz auf Bombern mit 28 V Bordspannung entwickelt und in grossen Zahlen zum Einsatz auf amerikanischen Flugzeugen gefertigt. Später wurden die Anlagen von ARC-5 und ART-13 als Bordfunkgeräte abgelöst und viele der BC-375 wurden nach Kriegsende 1945 als Surplus verkauft.

Einsatz

SE-018/m Bergstation Für die zentrale Flugzeugführung wurde im 2. Weltkrieg im Jahre 1944 der Hochleistungs - Kurzwellensender "Emil" in Betrieb genommen, trotz seiner günstigen topographischen Lage auf der Kleinen Scheidegg konnte nicht das ganze Staatsgebiet der Schweiz zu jeder Zeit mit ausreichender Signalstärke erreicht werden.


SE-018/m Bergstation So wurde der Entschluss zur Errichtung von zusätzlichen Bergfunkanlagen zur Optimierung der Abdeckung gefällt und zunächst die Bergstationen Stephan, Neptun, Fortuna und Theodor errichtet.
Allerdings herrschte Mangel an geeigneten Sendeanlagen mit grosser Frequenzabdeckung und ausreichender Leistungsfähigkeit. Solche fanden sich in ausreichender Zahl in Form der Bordfunkstation SCR-287 mehrerer in der Schweiz notgelandeter und internierter U.S. amerikanischer viermotoriger Bomber. Die Anlagen wurden ausgebaut und mit Speisegeräten aus der Produktion von Zellweger Uster in den Bergstationen installiert.
Nach dem Krieg wurden die Gerätschaften von den Amerikanern käuflich erworben und dazu noch weitere Geräte aus amerikanischem Surplus - Material beschafft.

Technische Unterlagen

Weitere Informationen

de/bc-375.txt · Zuletzt geändert: 2020/09/28 18:52 von mb